15.11.2021

Veterinary Record Impact Award 2021

Aufgrund der hohen Praxisrelevanz verlieh das Fachjournal Veterinary Record der British Veterinary Association am 23. September den Impact Award 2021 an unsere Kolleg*innen.

Aufgrund der hohen Praxisrelevanz verlieh das Fachjournal Veterinary Record der British Veterinary Association am 23. September den Impact Award 2021 an Frau Dr.*in med. vet. Anne Schmenger und Kolleg*innen für die zugehörige Veröffentlichung ‘Implementation of a targeted mastitis therapy concept using an on-farm rapid test: antimicrobial consumption, cure rates and compliance’. Mit dem Preis wird jährlich eine der im genannten Journal veröffentlichten Forschungsarbeiten ausgezeichnet, von der die bedeutendste Auswirkung auf die Praxis erwartet wird. Die Studie von Schmenger und Kolleg*innen konnte zeigen, dass eine gezielte Behandlung von klinischen Euterentzündungen bei Milchkühen mit Hilfe eines Therapiekonzepts den Antibiotikaeinsatz erheblich reduzieren kann, ohne dabei die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kühe zu beeinträchtigen.

In der Milchviehwirtschaft ist die Behandlung von Euterentzündungen der häufigste Grund für eine antibiotische Behandlung. In der Studie von Schmenger und Kolleg*innen wurden tierspezifische sowie auch erregerspezifische Faktoren der erkrankten Kühe für die Behandlungsentscheidung bestimmt und mit einbezogen.  Das Ziel war hierbei jeweils, eine antibiotische Therapie nur in den Fällen einzusetzen, in denen das Tier voraussichtlich davon profitieren wird. Dafür wurde in der Arbeitsgruppe mitunter ein zum Patent angemeldetes Schnelltestsystem zur Erregergruppenbestimmung entwickelt, welches mittlerweile auch käuflich erworben werden kann und weite Verbreitung gefunden hat (mastDecide®, Quidee, Homberg). Dieses Testsystem wurde von den Landwirt*innen direkt auf den Betrieben mit der Milch des erkrankten Euterviertels beimpft und nach 12 Stunden abgelesen. Somit konnten die Landwirt*innen den Antibiotikaeinsatz für Euterentzündungen durchschnittlich um 62% reduzieren. Die Heilungsraten der Tiere wurden dadurch nicht negativ beeinträchtigt.

Als eine besondere Stärke der Studie wurde gelobt, dass die Landwirt*innen bei der Planung und Umsetzung des Therapiekonzeptes mit einbezogen wurden, wodurch sichergestellt wurde, dass das Konzept im Alltag praktikabel ist. Die Studie wurde im Rahmen des von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderten evitar-Projektes (Entwicklung und Implementierung eines evidenzbasierten Therapie- und Beratungskonzeptes zur Antibiotika- und Resistenzminimierung in der Milchviehhaltung, Förderkennzeichen 2817702414) durchgeführt.

https://bvajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/vetr.984

https://bvajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1136/vr.105674