Reallabor Multicopter

Arbeitsgebiete des Reallabors Multicopter

Erprobung Betriebsbedingungen und Bodeninfrastruktur

Vorrichtung zur Aufnahme von Defibrillatoren*

Europäische Patentanmeldung erfolgt

  • An Laternenpfosten/oder Masten installierte verfahrbare Plattform
  • Defibrillator wird vom Multicopter an die Plattform geliefert
  • Ersthelfer erhalten per App die Information, welche Plattform angeflogen wird (kürzester Weg zum Einsatzort)
  • Die Plattform fährt nach unten und übergibt das Gerät an die Ersthelfer

*Partner: Wismarer Herzforum, Definetz e.V.

Mechanische Vorrichtung zum Stoppen aller Rotoren/Propeller eines UAs im Falle einer Hinderniskollision in der Start- und Landephase*.

Patent: DE 10 2022 134 204

  • Propellerschutzringe enthalten ein Fangnetz
  • Bei Hindernisberührung wird das Fangnetz in den Propeller gezogen
  • Jedes Fangnetz ist mit einem Seilzug mit den übrigen Fangnetzen verbunden
  • Löst ein Fangnetz aus, lösen alle anderen ebenfalls aus

*Validierungsförderungszusage von MBM Sciencebridge in Höhe von 26.000 EUR erhalten!

Erprobung eines H2-Brennstoffzellen-Quadrocopters als stud. Projekt*

Einsatzerprobung von UA mit Brennstoffzellenantrieb hinsichtlich:

  • Groundhandling
  • Betankungsverfahren

* Partner: Gravionic GmbH in Braunschweig

Richtlinienarbeit

Technische Regelsetzung im VDI

In Zusammenarbeit mit dem VDI entstandene Richtlinien:

  • VDI 5912-1 Sicherer Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge- Grundlagen
  • VDI 5912-2 Sicherer Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge- Integration in bestehende Verkehrssysteme
  • Richtlinienprojekt VDI 5912-3: Sicherer Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge-  Industrielle Indoor-Flüge
Multicopter auf einen Startplatz

Industrielle Anforderungen an den Betrieb

Indirekte visuelle Inspektion eines Landeklappensegments einer Boeing 747-400 F im Labor.

Landeklappensegment einer Boeing747

Rotorblattspitze (Enercon E 40 Windkraftanlage)
Rotorblattspitze im Stand

Indirekte visuelle Inspektion einer Rotorblattspitze (Enercon E 40 Windkraftanlage).

Information:

Inspektion einer Windkraftanlage mit Personal Dauer 3-6 h.

Mit einem UA, ca. 45 Min. bis 1h!

Lehrveranstaltung

“Betrieb von Multicoptern”* theoretische Inhalte 

  • Betriebsbedingungen und Bodeninfrastruktur
    • Erschließung geeigneter Start- und Landeflächen
  • Regelsetzung/technische Richtlinien
    • Betriebssicherheit in frequentierten Verkehrsumgebungen
    • Gesetzliche Vorschriften: Europ. Luftrecht im Bezug auf UAS, Flugsicherungsvorschriften, etc.
  • Industrieller Einsatz- Indirekte visuelle Inspektion
    • Luftfahrzeuge und Windkraftanlagen

 

*Teil des Wahlpflichtmoduls „Regelung, Steuerung und Betrieb von Multicoptern“

Vier Menschen beobachten Multicopter bei indirekter visueller Inspektion der Entwässerungsöffnungen eines Rotorblatts

Visuelle Überprüfung eines Flugzeugtragflügels mit einem Multicopter

Studentische Teilnehmer der Vorlesung „Betrieb von Multicoptern“ des Reallabors Multicopter hatten die Aufgabe, einen Inspektionsflug an einem Flugzeugtragflügel eines Mehrzweckflugzeugs vom Typ Antonov 2 (kurz An 2) vorzubereiten und durchzuführen. Die studentische Arbeit wurde durch das Luftfahrtmuseum Laatzen e.V. unterstützt.

Die An 2 wurde zwischen 1947 und 2002 beim ukrainischen Flugzeughersteller Antonov und in Lizenz bei PZL-Milec in Polen gebaut. Die An 2 ist ein Anderthalbdecker in Ganzmetallbauweise mit stoffbespannten Tragflächen.

Durch Hagelschlag kann die Bespannung beschädigt werden. Die Studierenden sollten etwaige Beschädigungen der Bespannung mit Hilfe eines Multicopters lokalisieren.

Das Manövrieren bei beengten Platzverhältnissen oder die mögliche Beeinflussung der Steuersignale durch WiFi oder andere Funkübertragungstechniken, sollten im Rahmen der Flugvorbereitung Berücksichtigung finden. Zu beachten war ferner die Tatsache, dass die Positionierung des Multicopters in Innenräumen über Sichtsensoren erfolgt, da ein GNSS-Empfang in der Regel innerhalb von Gebäuden nicht zuverlässig möglich ist.

Blick zur Hallendecke eines Luftfahrtmuseums mit der Tragfläche eines gelben Flugzeugs im Vordergrund, einem historischen Hängegleiter unter der Decke und einer kleinen schwebenden Drohne.
Gelbes historisches Flugzeug in einem Luftfahrtmuseum mit schwebender Drohne, Hängegleitern unter der Hallendecke sowie Ausstellungsstücken und Besuchern im Hintergrund

Die Festlegung von Notverfahren im Falle einer Hinderniskollision war wichtigster Bestandteil der Flugvorbereitung. Notverfahren sind festgelegte Handlungsabläufe, die zur Bewältigung einer abnormalen Situation oder eines Notfalls dienen.

Auf der Basis dieser Flugvorbereitung wurde der Inspektionsflug vorgenommen, dabei wurden die Tragflügel der An 2 in einem definierten Abstand systematisch überflogen. Das Auflösungsvermögen der Multicopterkamera wurde vor Beginn des Inspektionsfluges mit Hilfe eines Testbilds verifiziert. Damit war im Nachgang eine objektive Einschätzung des Oberflächenzustandes anhand des generierten Bildmaterials möglich.

Die visuelle Überprüfung von Flugzeugen mit unbemannten Luftfahrzeugen hat in den letzten zwei Jahren Fahrt aufgenommen. Delta Airlines in den Vereinigten Staaten beispielsweise hat 2024 von der US-Luftfahrtbehörde FAA die Zulassung für den Outdoor-Multicopter-Einsatz auf ihren Wartungsbasen der Flughäfen Atlanta, Detroit und Minneapolis erhalten. Die Airline setzt dort Multicopter ein, um ihre Flugzeuge nach Blitzschlagereignissen zu überprüfen.

Der Einsatz von unbemannten Luftfahrtsystemen kann die visuelle Inspektion von Verkehrsflugzeugen signifikant beschleunigen. Zum Vergleich, die visuelle Überprüfung eines Großraumverkehrsflugzeugs dauert üblicherweise zwischen acht und 16 Stunden mit entsprechendem Personaleinsatz. Der Einsatz eines Multicopters hingegen kann die Dauer der Überprüfung auf nur noch 60 bis 90 Minuten verkürzen.

Partner aus der Industrie

  • CTC GmbH (An AIRBUS Company) Stade (Fertigungstechnologieentwicklung von Faserverbundbauteilen für die Luftfahrtindustrie)
  • Insensiv GmbH Bielefeld (Bildverarbeitungssysteme und Software)
  • Gravionic GmbH Braunschweig (Dienstleister in den Bereichen Geodäsie und Geophysik)
  • En-Tra UG Hannover (Flugdienstleistungen zu Inspektionszwecken)
  • Rosner TDL (Entwicklung elektromechanischer Stellantriebe für den Luft- und Raumfahrtbereich)